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Fälschungen: Billig, böse und berüchtigt |
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07.12.2009 Kommentar VKÖ - Prof. Josef.W.Lohmann
Drei Begriffe waren es die anlässlich einer Konsumentenbefragung zum Thema Produktfälschung am häufigsten genannt wurden: „Billig, böse und berüchtigt“.
Viele Menschen gehen davon aus, das Fälschungen, vor allem wenn es sich um Waren und Produkte des täglichen Gebrauchs handelt, immer billiger als die Originale sind. Dies macht meist auch den Kaufreiz aus. - Dass die Herstellung von Fälschungen volkswirtschaftlich böse Folgen hat, ist weitgehend bekannt, wird aber gerne ignoriert. Berüchtigt sind Fälschungen vor allem im Hinblick auf kriminelle Tatbestände und gesundheitliche Folgen für die Verbraucher. Dem interessierten Zeitungsleser ist sicher noch der vor wenigen Monaten in China aufgeflogene Skandal, bei dem es um gefälschte Kindermilch ging, bekannt. Zahlreiche Kleinkinder starben oder erkrankten schwer.Vor wenigen Wochen wurden die ersten Prozesse in dieser Causa beendet und führten, wie in China nicht anders zu erwarten, zu drakonischen Strafen. So wurden neben lebenslanger Haft auch einige Todesurteile verhängt.
Medikamenten Mafia - gute Geschäfte Dramatisch ist in diesem Zusammenhang, dass zunehmend gefälschte Heilmittel in den regulären Handel gelangen. Vor kurzer Zeit entdeckten Fahnder in einer niederländischen Apotheke gefälschte und gefährliche Medikamente die nachweislich über den regulären Arzneimittelgrosshandel bezogen wurden. Illegal produzierte Medikamente werden europaweit immer häufiger im Internet verkauft. Besorgniserregend hierbei ist, dass Experten inzwischen davon ausgehen, dass 96 Prozent der außerhalb der Portale von Webapotheken angebotenen Arzneien keine zugelassenen Originale sind.
Zoll schlägt Alarm Der deutsche Zoll schlägt Alarm und vergleicht die Strukturen der Medikamenten-Mafia mit denen des Rauschgifthandels. "Wir sehen immer öfter, dass illegal hergestellte Arzneien aus Südostasien für den privaten Gebrauch eingeführt werden. Dies bezieht sich zum Großteil auf den Paketverkehr", erläutern Beamte vom Hauptzollamt Erfurt. Die Mittel sind bestenfalls wirkungslos, oft aber auch sehr gefährlich. Laut der Ermittlungsbehörde werden die gesundheitsgefährdenden Präparate meist aus Asien oder Osteuropa auf den klassischen Drogenrouten eingeschleust bzw. dort per Post zugestellt. Offensichtlich im Hinblick auf die Angst vor der Schweinegrippe konnten die Zollermittler feststellen, dass sogar das Anti-Grippe-Mittel Tamiflu gefälscht wurde. Der wachsende„graue“ Markt von Fälschungen auf technischem Gebiet, von dem u.a. die Fahrzeug.- und die Luftfahrtindustrie betroffen sind, wird von den Experten ebenfalls mit Sorge betrachtet. Ein wesentlicher Bereich der Fälschungen betrifft den Kunstmarkt. „kripo.at“ konnte für diese Ausgabe die führende Expertin im Bundeskriminalamt, Frau Mag. Gach, gewinnen.
Josef Walter Lohmann
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