|
POLIZISTEN UND JOURNALISTEN: WER BEHINDERT WEN |
|
|
14.12.2009 Bericht VKÖ - RB
Polizisten sehen in Journalisten nur Zeitgenossen die Amtshandlungen behindern und selbst einfachste Sachverhalte verdrehen um eine Schlagzeile zu bekommen. Journalisten sehen dagegen die freie Meinungsäußerung und ihre Berufsausübung in Gefahr, weil sie Polizisten bei ihrer Arbeit behindern. Die Rollenverteilung scheint damit klar: Journalisten sind Informationsbeschaffer, Polizisten sind Informationsverhinderer. Wer in solchen engstirnigen Kategorien denkt – und solche Zeitgenossen gibt es auf beiden Seiten – muss zwangsläufig anecken. Außer Frage steht, dass Polizisten bei ihrer Arbeit manchmal unter hohem psychischen und physischen Druck stehen. Innerhalb von Sekunden müssen oft Entscheidungen mit weit reichenden Konsequenzen getroffen werden. Wenn dann die Nerven blank liegen und ein Reporter will partout nicht einsehen, dass er behindert, dann ist ein Konflikt vorprogrammiert.
Die „Vereinigung Kriminaldienst Österreich“ und der „Österreichische Journalistenclub“ sind sich als Meinungsbildner ihrer Berufsgruppen bewusst, dass die Situation verbesserungsfähig ist. Sie nehmen dies zum Anlass für einen ersten Meinungsaustausch der noch in diesem Jahr erfolgen soll.
ÖJC und Presseausweis
Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) www.oejc.at ist mit mehr als 6.000 Mitgliedern, die größte parteiunabhängige Journalistenorganisation der Republik Österreich. Gegründet wurde der ÖJC im Jahre 1977 von dem früheren Herausgeber der Tageszeitung „Die Presse“ und ORF-Intendanten Wolf In der Maur und DDr. Günther Nennung. Der ÖJC versteht sich als Schnittstelle zwischen Ost und West, national als Kommunikationstreffpunkt. Er ist das österreichische Kompetenzzentrum in Medienfragen mit mehr als 32 Jahren Erfahrung.
Der ÖJC gibt auch einen fälschungssicheren, digital aufbereiteten Presseausweis heraus. Dieser gilt immer ein Kalenderjahr. Alle zwei Jahre müssen die ÖJC-Mitglieder schriftlich nachweisen, dass sie noch immer journalistisch tätig sind.
ÖJC-Präsident Fred Turnheim am Rande der 30. Sicherheitstage zu kripo.at: „Wir Journalisten möchten an den Einsatzorten eine vertrauensvolle und kollegiale Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden. Wir bitten aber um Verständnis, dass Journalisten auch nur ihren Beruf nachgehen, genau so wie die eingeteilten Beamtinnen und Beamten und ersuchen daher um deren Unterstützung“.
Der ÖJC sucht das Gespräch mit den Blaulichtorganisationen und will dadurch die oft angespannte Situation an den Tatorten entschärfen. Verständnis auf beiden Seiten ebnet den Weg für friktionsfreies Arbeiten von Angehörigen beider Berufsgruppen.
|