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NEUE TÄTERPROFILE BEI LADENDIEBSTAHL |
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17.10.2009 Fachartikel VKÖ
Ladendiebstahl ist ein Jedermannsdelikt. Jeder ist dazu fähig, es braucht keine Vorbereitung und keiner Vorkenntnisse, es ist wenig sanktioniert und daher bis zu einem gewissen Grad auch ungefährlich. Trotz dieser Situation hat sich im Laufe der Jahre eine gewisse Kontinuität bei Tätern und Tatobjekten entwickelt. Gestohlen wurden vor allem Luxuswaren, der Modus war einfach - einstecken und raus aus dem Geschäft. Natürlich hat es auch professionelle, meist osteuropäische Banden gegeben, die Vorbereitungen getroffen haben und gezielt mit Ablenkung und anderen Methoden gearbeitet haben. Natürlich hat es auch Jugendbanden gegeben, die einfach aus Jux und Tollerei, als Mutprobe auf Ladendiebstahl gingen. Die Mehrheit der Täter waren aber völlig normale, unauffällige Menschen. Wie „Sicherheitshalber“, die Zeitschrift für Sicherheit im Detailhandel, in ihrer letzten Ausgabe berichtete, haben sich das Täterprofil der Ladendiebe und die Tatbegehung verändert. Früher waren die Täter Menschen, die es eigentlich nicht notwendig hatten Gegenstände geringen Wertes zu stehlen, doch vermehrt kommen die Täter aus dem s.g. „abgehängten Prekariat“, (sozial Deklassierte, Arbeitslose, etc. also einkommensschwache Gruppen). Die Not schafft neue Täterprofile meint dazu Klaus Henning Glitza, Mitverfasser des Standardwerkes „Sicherheit im Handel“. Damit hat sich auch das gestohlene Gut verändert. Waren es früher Luxuswaren, Alkoholika, Modeartikel, die das Ziel des Diebstahles waren, sind es heute einfache Gegenstände des täglichen Lebens. Peter Niggl, ein auf Sicherheitsfragen spezialisierter Berliner Journalist, ortet auch eine professionellere Vorgehensweise der Ladendiebe. „Klaufen“ (eine Kombination aus den Wörtern klauen und kaufen) nennt man zwischenzeitlich in der Branche die Vorgehensweise. Den Ladendieben ist zwischenzeitlich bekannt, dass das Sicherheits- und Verkaufspersonal speziell auf Kunden schaut, die lange bei gewissen Gütern verweilen und dann ohne zu kaufen das Geschäft verlassen. In Seminaren wird auch das Verkaufspersonal auf diese Verhalten geschult. Um aus diesem Verdachtsschema zu fallen wird heute gekauft und gestohlen. Der Dieb imitiert einen gewöhnlichen Kunden, kauft eine Ware geringen Wertes und das wertvollere Diebsgut versteckt er am Körper. Mit dieser Vorgangsweise fällt der Täter nicht nur weniger auf, es wird auch die eigene Nervosität gesenkt und das Verkaufspersonal abgelenkt. England, Italien und Deutschland sind von dieser Entwicklung bereits voll getroffen. Eine völlige neue Form von Ladendiebstahl ortet man dagegen in Japan und Südkorea – den digitalen Ladendiebstahl, auch digital shoplifting genannt. Mit einem Handy, die ja heute samt und sonders mit einer Kamera ausgerüstet sind, wird eine Zeitschrift oder ein Artikel einer Zeitung im Geschäft fotografiert und die Bilder dann zu Hause auf dem Computer angeschaut. Wozu ein Magazin kaufen, wenn man vielleicht nur an einen Artikel interessiert ist, lautet die Motivation dieser Täter. Keine erfreuliche Entwicklung für die Verlage, aber auch der Staat muss sich fragen wie er derartige Phänomene bestraft oder ob er sie straffrei lässt. R.B.
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