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Wenn kleine Kinder sterben |
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Plötzlicher Kindstod
Der so genannte plötzliche Kindstod ist eine Erscheinung in der Kriminologie, die viele unterschiedliche und vor allem gegensätzliche Erklärungen, Theorien, Standpunkte, aber auch Missverständnisse und Fehler beinhaltet.
Einigkeit unter Fachleuten besteht nur darüber, dass man darunter das unerwartete und unerklärliche Versterben eines Säuglings oder Kleinkindes versteht. Dieses tritt zumeist das zumeist im Schlaf der Kinder auf. In den Industrieländern ist dies die häufigste Todesursache von Kleinkindern nach der Neugeborenenperiode. Obwohl als Zeitraum - in dem der Kindstod meistens auftritt - meistens das erste Lebensjahr angegeben wird, sind 6 % der Todesfälle auch nach dem ersten Lebensjahr aufgetreten. Der wissenschaftliche Begriff für diese Todesart ist auch unter der englischen Abkürzung SIDS (Sudden infant Death Syndrome oder ALTE Apperently Life Threatening Event) bekannt. Diese Todesart wird als solche bezeichnet, wenn ein plötzlicher Tod eines Säuglings eintritt, für den trotz Autopsie und Untersuchung des Auffindeortes keine Ursache - wie Krankheit oder Unfall - ermittelt werden kann. Hier handelt es sich also um eine sog. Ausschlussdiagnose, d.h., dass der Kinderarzt oder Pathologe, oder Gerichtsmediziner, alle anderen natürlichen und auch unnatürlichen Todesursachen (Infektionen, Stoffwechselstörungen, Blutungen etc. ausschliessen muss.Gleichzeitig heißt dies aber auch, dass man die Ursache für den plötzlichen Kindstod nicht kennt, sondern nur sehr unterschiedliche Hypothesen dazu gibt existieren.
Vergleichszahlen Der plötzliche Kindstod stellt eine große Herausforderung für die kinderpathologische Forschung und die Vorsorgemedizin in der Kinderheilkunde dar. Im Jahr 2005 starben in Deutschland 323 Babys an plötzlichem Kindstod, in Österreich starben 31 Kinder, was dem gleichen Prozentsatz, bezogen auf Geburten, entspricht. Dabei sind männliche Säuglinge mit 60 % , stärker betroffen als weibliche. Zwei Drittel der Todesfälle ereignen sich in den Wintermonaten. Auffällig ist, dass sich 80 % der Todesfälle vor dem sechsten Lebensmonat ereignen und am häufigsten im zweiten bis vierten Lebensmonat auftreten.
Risiken Befragungen und Statisitiken bei Ärzten und Wissenschaftern ergaben mehrere Risikofaktoren: Z.B. rauchende Eltern des Säuglings, Überwärmung des Säuglings, Schlafposition ( Bauchlage), Überdecken oder ungenügende Luftzirkulation
Risikogruppen Besonders gefährdete Gruppen sind: Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht ( Frühgeburten), Mehrlingsgeburten und Säuglinge mit mehreren älteren Geschwistern. Ebenso Kinder aus sozial benachteiligten Familien, Kinder besonders junger Mütter (unter 20 Jahren), sowie Kinder Alleinerziehender. Weiters sind Kinder besonders gefährdet, die im Schlaf sehr stark schwitzen oder Säuglinge die durch längere Atempausen auffallen. Ungewöhnliche Blässe des Kindes im Schlaf oder blaues Anlaufen der Arme und Beine im Schlaf können ebenfalls Hinweise auf ein besonderes Risiko darstellen. Als gefährdet gelten Kinder auch, die ein lebensbedrohendes Ereignis überlebt haben. Zu betonen ist, dass der plötzliche Kindstod im Einzelfall nicht vorhersehbar ist und sich in allen gesellschaftlichen Gruppen ereignet. Andererseits ist eine statistische Häufung in den oben erwähnten Risikogruppen zu beobachten.
Vorbeugung Eine der wichtigsten und effektivsten Vorsorgemaßnahmen ist die Vermeidung bzw. Reduktion der bekannten Risikofaktoren durch die Eltern. Als vorbeugende Maßnahmen gelten: Rauchfreie Umgebung, Schlafzimmertemperatur 16-18 Grad Celsius, Rückenlage beim Schlafen,feste/luftdurchlässige Matratze, keine Kopfbedeckung, keine zusätzlichen Decken, Felle,Kissen usw., Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten.
Über das gemeinsame Schlafen m i t den Eltern, gibt es widersprüchliche Ausssagen: eine neuere Studie aus Schottland belegt, dass Säuglinge ein erhöhtes Risiko haben, wenn sie im Bett der Eltern schlafen und jünger als elf Wochen alt sind. In Ländern wie Holland und England, haben sich durch Beachtung der vorbeugenden Maßnahmen die Anzahl der Todesfälle bei Säuglingen verringert. Keinen Erfolg versprechen die Bewegungsmelder zum Überwachen schlafender Säuglinge. Überprüfungen haben ergeben, dass sich die Häufigkeit des plötzlichen Kindstodes durch diese Überwachungsmaßnahmen nicht beeinflussen lässt.
Erklärungsversuche Die eigentliche Ursache für den plötzlichen Kindstod bleibt bislang unbekannt. Eine Unzahl von Ursachen, Auslösern, Gründen, Zusammenhängen und Möglichkeiten wird stark kontroversiell diskutiert. Am ehesten erscheint ein Zusammenwirken von unterschiedlichen Ereignissen mit einem Zusammentreffen von äußeren und inneren Faktoren ( z.B. Infektionen).
Eine - von vielen Untersuchungen hat belegt, dass die Verminderung der Blutversorgung des Hirnstammes eine der Ursachen sein könnte. Dies tritt schon beim seitlichen Drehen des Kopfes in Baulage ein. Bestätigt wurde dies in der Fachliteratur aber noch nicht. Eine andere Ursache könnte eine Überproduktion eines bestimmten Nervenstoffes (Serotonin) sein. Andere Wissenschafter sehen in bestimmten Wirkstoffen des Honigs, den Auslöser des plötzlichen Kindstodes. Im Jahre 1990 wurde eine Studie veröffentlicht, die nachwies, daß in allen Matratzen von 45 verstorbenen Säuglingen, der Arsenpilz vorhanden war. Betroffen seien Schlafstellen, wo Wärme und Feuchtigkeit die Pilzentwicklung begünstigen. Ebenso wenn das Material Flammschutzmittel oder/und Weichmacher enthält.
Impfungen Von Impfgegnern wird ein möglicher Zusammenhang behauptet, der besonders bei Mehrfachimpfungen auftreten könnte. Nach Einführung des Sechsfachimpfstoffes waren im Jahr 2000 fünf Kinder innerhalb von 24 Stunden plötzlich unerklärlich verstorben, andererseits waren bis zu diesem Zeitpunkt in Europa 3 Millionen Kinder damit geimpft worden. Ein ursächlicher Zusammenhang der Todesfälle mit den Impfungen konnte nie bewiesen werden.
Betroffenheit der Eltern Die Eltern werden vom plötzlichen Kindstod vollkommen überrascht. Für sie besteht das Bedürfnis nach Trauer und Abschiednehmen, für die Gerichtsmediziner nach Aufklärung. Dänemark hat eine Studie in Auftrag gegeben, in der Schicksal von 21.000 betroffenen Eltern untersucht wurde. Es wurde festgestellt, dass der plötzliche Kindstod die Lebenserwartung der überlebenden Eltern reduziert. Groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die betroffenen Mütter innerhalb der ersten vier Jahre nach dem Tode des Kindes freiwillig aus dem Leben scheiden oder schwere Unfälle erleiden und zwar viermal so hoch wie bei Müttern, deren Kinder noch leben. Auch das Risiko der Mutter, an Krebs zu erkranken ist um 44% höher. Bei den betroffenen Vätern steigt das Risiko des Selbstmordes oder für einen tödlichen Unfall auf das Doppelte gegenüber nicht betroffenen Vätern. Oberst Willibald) PLENK |