Illegale Migration: Weg ins gelobte Land

 

 

Ohne Frage bringt illegale Emigration nicht nur Probleme auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch im Bereich der Kriminalität. Nicht selten werden Illegale von Menschenschmugglern als Packesel für Drogen verwendet oder sie müssen ihren „Fuhrlohn“ durch Sklavenarbeit, Prostitution oder kriminelle Delikte finanzieren.

Wir kennen das Schlagwort von den „kriminellen Ausländern“ aus Fernsehen und Zeitung. Gemeint sind mit dieser Bezeichnung vor allem Illegale und Asylanten. Tatsächlich werden in Österreich nicht ganz ein Drittel der Straftaten durch Ausländer begangen. In dieser Statistik scheint jedoch nicht auf, ob diese Ausländer legal oder illegal in Österreich sind. Wie kriminell Asylanten und Illegale tatsächlich sind, lässt sich somit schwer ermitteln, aber die Volksmeinung hat ihr Urteil gefällt.

Sicherheitsproblem

Wie auch immer, Tatsache ist, dass immer mehr illegale Emigranten nach Europa strömen. Der momentane Rückgang kann nicht als generelles Nachlassen angesehen werden und kann schon morgen durch eine neue Welle abgelöst werden. Es wäre blauäugig, würde man behaupten dass diese „Flüchtlinge“ des 20. und 21. Jahrhunderts neben dem humanitären Problem nicht auch ein Sicherheitsproblem bedeuten. Schwer zu glauben, dass Migranten von Haus aus krimineller sind als Inländer. Häufig werden sie aus purer Not zum Kriminellen, denn sie müssen oft Unsummen an Menschenschmuggler zahlen und erst einmal angekommen, werden sie nicht selten von  Kriminellen ausgebeutet. Prostitution und Drogenhandel sind daher häufig die einzige Möglichkeit dieser Menschen um irgendwie zu überleben. So hat sich die Zahl der Geheimprostituierten in Griechenland verzehnfacht, in Belgien sind etwa 10-15% der Geheimprostituierten von Menschenhändlern zu Prostitution gezwungen worden.

Opfer und Täter

Drohung, Nötigung, körperliche Gewalt und Vergewaltigung werden angewendet um Geld aus den Migranten zu pressen. Ein Gutteil der illegalen Migranten ist daher Opfer und Täter in einer Person. Laut einem Bericht der UNO wird von Menschenhändlern ein jährlicher Gewinn von 31,7 Millionen Dollar gemacht, eine Summe die von den Migranten herangeschafft werden muss. Die Bekämpfung der illegalen Emigration ist daher nicht allein eine humanitäre Angelegenheit, sondern auch ein Teil der Verbrechensbekämpfung.

So unterschiedlich die Herkunft von Illegalen und die Gründe ihrer Emigration sind, so unterschiedlich sind auch die Transitländer und die Preise, die sie für ihre Lotsung bezahlen.

Statistik

Nach Statistiken der „International Organisation for Migration (IOM) in Genf kommen von Menschenhändlern geschleppte Migranten vorwiegend aus afrikanischen Quellländern (92%) und sind in der Regel 18-24 Jahre alt.

Das „International Centre for Migration Policy Development (ICMPD)“ hat es sich zur Aufgabe gemacht die illegale Emigration zu erforschen, Trends zu erkennen und die Situation zu analysieren. Das Ergebnis der Daten aus 22 Ländern zeigt die unterschiedlichen Spielarten eines Phänomens.

Grundsätzlich kann man drei Arten von Illegalen unterscheiden:

1)    Personen die aus wirtschaftlichen Gründen in ein Land wollen

2)    Personen die aus ethnischen Gründen ihr Heimatland verlassen  und

3)    Flüchtlinge nach Kriegs- oder kriegsähnlichen Ereignissen.

Ob diese drei Gruppen im Zielland um Asyl ansuchen und ob es ihnen auch tatsächlich erteilt wird, ist dabei sekundär. Entscheidend ist, dass diese Menschen illegal in ein Land kommen bzw. bleiben. Als illegal kann man damit Menschen bezeichnen die

·         über die grüne Grenze in ein Land kommen,

·         nach legaler Einreise in einem Land verbleiben,

·         sich mit gefälschten Dokumenten den Aufenthalt erschleichen,

·         in Verstecken über einen Grenzübergang ein Land betreten.

 

Gewinnbringend

Die illegale Emigration hat sich zu einem gewinnbringenden Arbeitsbereich der organisierten Kriminalität entwickelt. Äußerst schnell wird auf neue Gesetzesbestimmungen reagiert, wodurch die Emigration dauernd in Fluss ist und sich laufend verändert. Jedes Land hat seine eigene Geschichte was Emigration betrifft. Die Gesamtsituation ist so differenziert und umfangreich, dass ein ganzes Buch darüber geschrieben wurde (Illegal Migration, Human Smuggling and Trafficking in Central and Eastern Europe/Peter Futo und Michael Jandl/2005).

Die Situation der Emigration in Europa zeigt klar, dass sie nicht von einem Land gelöst werden kann. Gestern wurde Österreich von illegal Eingereisten überschwemmt, heute ist es Spanien, Malta und Italien. Verbesserte Kontrollen an den EU-Außengrenzen und eine europäische Eingreiftruppe sind längst überfällig.

Mit Sicherheit wird der Migrationsdruck auf Europa nicht nachlassen, im Gegenteil. Wenn, wie es Klimaforscher voraussagen, zu einem Ansteigen des Meeres kommt, dann wird nicht nur Europa direkt betroffen sein, sondern auch durch jene Menschen, die in ihrer Heimat keine Lebensgrundlage mehr finden.

Horrorszenarien

So ist z.B. das Nildelta in Ägypten, die Kornkammer des Landes, besonders gefährdet. Durch Dämme kann man zwar das Meer aussperren, man kann aber nicht die Versalzung des Bodens verhindern, Hungersnöte sind damit vorprogrammiert. Dass die Menschen in das reiche und mit Lebensmittel gesättigte Europa strömen werden, kann man sich ausrechnen. Horrorszenarien von hunderttausenden Ägyptern die nach Europa strömen sind nicht so denkunmöglich.

Das Problem einfach abzuwarten und dann die Polizei loszuschicken wird keine Lösung sein. Zu lösen ist das Problem nur gesamteuropäisch, politisch und humanitär, doch die Polizei in allen Ländern muss vorsorgen, denn Strategien erst zu entwickeln wenn tausende Emigranten ins Land strömen, ist zu spät.

Uke

 

DIE ZUKUNFT DES KRIMINALDIENSTES AM BEISPIEL MIGRATION

In der Ausgabe 1/2010 von kripo.at haben wir angekündigt, dass wir die Veränderungen des Polizeidienstes, vor allem dem Bereich der Kriminalpolizei, in den nächsten zehn Jahren beleuchten wollen. Ein Bereich, der möglicherweise unseren Dienst beeinflussen könnte, ist die Veränderung innerhalb der Bevölkerungsstruktur. Da wäre etwa die Überalterung der Bevölkerung, aber vor allem das Einströmen von Menschen aus fremden Kulturen in unser Land. Natürlich sind Ausländer nicht grundsätzlich krimineller als Inländer, aber sie bringen aus ihrer Heimat fremde Verhaltensweisen (z.B. mafiöse Strukturen) und fremde Delikte (z.B. Ehrenmorde) mit.

Auswirkungen

Welche Auswirkungen könnte das z. B. für die Polizeiarbeit haben:

1)    Vermehrter Einsatz von Dolmetschen, denn es ist anzunehmen, dass nur die wenigsten Migranten unsere Sprache sprechen.

2)    Es muss noch stärker mit Sachbeweisen gearbeitet werden, denn auch das Verhalten gegenüber der Polizei ist völlig anders. In ihren Heimatländern kennen Migranten die Polizei nicht selten als korrupt und als Handlager der Machthaber. So ist nicht nur die Verhaltensweise der Täter, sondern auch das der Opfer anders als bei Inländern.

3)    Eine Identitätsfeststellung wird auf größere Probleme stoßen.

4)    Mafiöse Strukturen bei ausländischen Tätern nachzuweisen ist eine langwierige Angelegenheit und wird nicht selten von den Behörden in den Heimatländern boykottiert.