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WENN DIE KRIPO NACH HAUSE GEHT |
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Fachartikel VKO
Der Tatort ist erkennungsdienstlich behandelt, der Verletzte oder die Leiche ist entfernt, das Werkzeug wird eingepackt, die Kriminalbeamten fahren auf ihre Dienststelle um einen Bericht zu schreiben. Zurück bleibt ein blutiger, vielleicht durch Graphitpulver verunreinigter Raum. Was danach geschieht ist den amtshandelnden Beamten meist unbekannt und im Grund auch egal, ihre Arbeit ist abgeschlossen. Wer auch immer den Tatort reinigt ist Sache des Wohnungs- oder Hauseigentümers. Natürlich ist es nicht jedermanns Sache nach einem blutigen Unfall, nach einem Selbstmord, einer Körperverletzung oder vielleicht sogar nach einem Mord, Blut und andere menschliche Teile zu entfernen und einen hygienisch einwandfreien Zustand wieder herzustellen. Ein „normaler“ Reinigungsdienst lehnt üblicherweise die Reinigung eines Tatortes ab, die Ausrüstung fehlt und man ist auch nicht auf Desinfektion spezialisiert, ganz davon abgesehen, dass Putzfrauen nicht zugemutet werden kann vielleicht Gehirnreste von der Wand zu waschen. Eigentlich eine Marktlücke dachten sich zwei Damen aus Linz, die jahrelang im Bereich Reinigungsdienste tätig waren. Eva Fellner, Hygienemanagerin und WIFI-Trainerin, sowie Frau Jasmina Novakovic gründeten daraufhin im Jahr 2008 die Firma „Feenoj Hygienmanagement GmbH.“ Da derartige Reinigungen immer individuell sind und die Anonymität von Opfer und Angehörigen gewahrt werden muss, wird jeder Reinigungsort einer individuellen Ansicht unterzogen. Angeboten wird ein Komplettpaket, dass nicht nur Reinigung, sondern auch Desinfizierung und falls gewünscht auch eine Entrümpelung enthält. In entsprechenden Fällen wird auch eine Schädlingsbekämpfung und eine Geruchsneutralisation vorgeschlagen, dies kann sofern gewünscht, bis zu einer Komplettrenovierung von Räumen gehen. In der Folge kommen dann besonders geschulte Reinigungskräfte, die ihrerseits mit Personalschutz-Einwegausrüstungen ausgerüstet sind. Selbstverständlich werden diese Schutzanzüge nach jedem Einsatz entsorgt. Die verwendeten Geräte differieren je nach Lage des Ortes, gemeinsam ist aber, dass sie selbstverständlich nach jedem Einsatz gereinigt und desinfiziert werden. Für herkömmliche Reinigungen, die die Firma ebenfalls anbietet, werden diese Geräte nicht eingesetzt. Um die Anonymität zu gewährleisten tritt das Reinigungspersonal ohne jede Werbung auf Fahrzeugen oder Kleidung auf. Neben der Reinigung von Tatort nach Bluttaten werden die Dienste auch häufig nach Bränden angefordert. Selbst nach Einbrüchen, wenn Gegenstände mit Graphitpulver verunreinigt werden mussten, kann geholfen werden. Da Polizeibeamten häufig von Betroffenen gefragt werden, aber keine öffentliche Reklame gemacht wird, hat die Firma Feenjoy einen Notruf (0043 7221 63553) eingeführt. Aufträge werden nicht nur in Linz, sondern überall in Österreich angenommen.
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