VKÖ SCHÜTZT POLIZISTEN

 

 

Ungefährlich war der Polizeiberuf nie. Die letzten Jahre haben aber einen besorgniserregenden Trend gezeigt: Angriffe auf Polizeibeamte werden immer öfter, brutaler und lebensgefährlicher. Der „Tod im Dienst“ liegt heute nicht mehr außerhalb des Denkmöglichen.

Die Dienstbehörden haben auf diese Entwicklung mit verbesserter Schulung im Bereich Eigensicherung reagiert. Das Einsatztraining gehört heute zum normalen Repertoire der polizeilichen Ausbildung. Doch genügt sicherer Umgang mit der Waffe allein um gefährliche Situationen zu deeskalieren?

Der deutsche Diplompsychologe Dr. Uwe Füllgrabe von der Landespolizeischule Niedersachsen und Autor mehrerer polizeipsychologischer Bücher meint in seinem Standardwerk „Psychologie der Eigensicherung“, dass die Verhinderung eines Angriffes auf einen Polizeibeamten nicht allein mit Waffengewalt zu verhindern ist, sondern vor allem eine psychologische Komponente hat. Dem aggressiven Gegenüber mental zu zeigen, dass man nicht bereit ist einen Angriff über sich ergehen zu lassen, ist für Füllgrabe der Schlüssel der Eigensicherung. Die weit verbreitete Meinung, irgendwann wird sich der Gewalttäter schon beruhigen, man muss nur lange genug warten, hat sich als Irrtum erwiesen. An Hand von Befragungen von verletzten Polizisten bzw. aus der Analyse von tödlichen Angriffen auf Polizisten wird bewiesen, dass Passivität der einschreitenden Beamten Aggressivität eher fördert als verhindert.

Der wohl wichtigste Abschnitt des Buches ist die s.g. Tit for tat-Strategie (Zug um Zug-Strategie). Diese Anleitung der Vorgangsweise, wenn während einer Amtshandlung Gewalttätigkeit in der Luft liegt, sollte eigentlich jeder Polizist intus haben. „Wer die Katastrophe vermeiden will, muss die Konfrontation wagen“ ist einer der Lehrsätze von Füllgrabe. Entschlossenes Auftreten verhindert grundsätzlich, dass man als Polizist Kriminalitätsopfer wird.

General Karl Mahrer (Bildmitte) übernimmt von VKÖ-Präsident Richard Benda (rechts) und VKÖ-Schatzmeister Helmut Bärtl (links) ein Kontingent Bücher „Psychologie der Eigensicherung“.

Die „Vereinigung Kriminaldienst Österreich“ will das Wissen um die psychologische Seite der Eigensicherung in der Kollegenschaft verbreiten und hat daher 100 Stück dieses Fachbuches angekauft und an Polizeidienststellen in ganz Österreich verteilt. Im Bild die Übergabe einer Anzahl Bücher an General Karl Mahrer, dem Landespolizeikommandanten von Wien, der die Weitergabe an die Wiener Dienststellen veranlassen wird. Die Übergabe weiterer Bücher an Polizeidienststellen in den Bundesländern erfolgt in den nächsten Wochen.